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Weitere, von Gamben und Lyren sich ableitende seltene Instrumente

Mit der "Erfindung" der Violine und ihrer großen Schwestern hatten die Gamben ihre Rolle nicht ausgespielt. Es entstanden sogar noch weitere Instrumenten-Variationen, von denen Viola d'amore, Baryton und Arpeggione kurz besprochen seien.


Die Viola d'amore (Viola d'amour) ist die Vermischung einer Lira da braccio mit einer Viola. Sie hat neben den Streichsaiten unter dem Griffbrett laufende, nicht gegriffene Bordun-Saiten, die beim Spielen mitschwingen und einen metallen-süßen Klangcharakter bedingen. J. S. Bach hat die Viola d'amore in einer Reihe von Kantaten als obligates Soloinstrument vor allem zu Sopran- und Alt-Arien verwendet.


Das Baryton ist ein aus der Viola da gamba entwickeltes Instrument mit 6 Streichsaiten und weiteren unter dem ausgehöhlten Griffbrett geführten Metallsaiten (9 bis über 20), die in chromatischer Folge gestimmt waren und mit dem Daumen der linken Hand angerissen wurden. Eine zeitlang gab es auch noch neben den Streichsaiten über die Decke laufende weitere Saiten, die nach Art der Basslaute geführt waren und mit dem kleinen Finger der den Bogen führenden rechten Hand angezupft wurden.


Diese Vereinigung von Streich- und Zupfinstrument ergab einen interessanten, außerordentlich beliebten, neben einer warmen Grundfarbe mit metallenen Lichtern versehenen Klang, aber auch eine schwer zu bewältigende Spielweise, wobei zu berücksichtigen ist, dass die nicht dämpfbaren Zupfsaiten mitunter lange nachklangen und sich damit in die nächsten Akkordfolgen mischen konnten. Deshalb waren mehr ruhige und langsame Sätze beliebt, während bei den schnellen nicht nur wegen der mangelnden Dämpfung, sondern wegen der allzu anspruchsvollen Technik die Zupfsaiten nicht zu Worte kamen.


Ein besonderer Liebhaber des Barytons war der Fürst Nikolaus Esterhazy (1714-1790), der seinem Kapellmeister und Hofkomponisten Josef Haydn in den Jahren von 1765 bis 1775 fast 100 Baryton-Trios (gesetzt für Baryton, Viola und Violoncello) abverlangte, in denen dieser fürstliche Liebhaber brillieren konnte. Sein dabei verwendetes herrliches Instrument hat der Wiener Geigenbauer Johann Joseph Stadlmann in Wien im Jahre 1750 verfertigt; heute ist es im Besitz des Ungarischen Nationalmuseums in Budapest.


Das Arpeggione (Guitarre d'amour) war ein in Gitarrenform und -stimmung, also in Quarten und Terzen gestimmtes sechssaitiges Instrument. Es wurde zwischen den Knien gehalten und glich wegen seiner viel kleineren Form mehr einer Viola als einem Violoncello. Der Wiener Instrumentenbauer Stauffer hat es im Jahre 1823 entwickelt (es gibt auch ein solches Instrument in der Violinlage). Vincenz Schuster schrieb dafür eine Schule und Franz Schubert im Jahre 1824 seine berühmte Arpeggione-Sonate, die auf keinem anderen Instrument technisch und tonlich in gleicher Weise wiederzugeben ist.
 

Mit freundlicher Genehmigung der Bayer AG

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