Eltern-Info: Kind lernt Geige
Die Geige erfreut sich nach wie vor großer
Beliebtheit. Mit ihrer ca. 500 jährigen Geschichte darf man die Geige als
das höchst entwickelte Instrument des Abendlandes bezeichnen.
Folgende Themen werden kurz abgehandelt:
Welche Anforderungen sollten auf jeden Fall erfüllt werden?
Alte oder neue Geige?
Wo sollte eine Geige hergestellt sein?
Welche Größe soll meine Geige haben?
Holzbogen oder Carbonbogen?
Was gehört zu einem Komplett-Set?
Wie hält man seine Geige sauber?
Die Wirbelpflege
Einkolophonieren eines neuen Bogens
Welche Anforderungen sollten auf jeden Fall erfüllt werden?
Das
Instrument sollte gut klingen. Eine schrill oder dumpf klingende Geige
motiviert nicht zum Üben. Das Instrument sollte klar und obertonreich sein.
Dies erleichtert es, sauber zu greifen, da man sofort hört, wenn ein Ton
"schräg" klingt. Matt klingende Geigen verzeihen hier so Einiges und
verführen zu einer nachlässigen Intonation.
Für den Klang ausschlaggebend ist die Qualität der
Verarbeitung, der verwendeten Materialien und nicht zuletzt die der Saiten. Am
besten eignen sich moderne Kunststoffsaiten, wie z. B. die
Pirastro Tonica
(Klick!) oder die
Thomastik Dominant
(Klick!). Sie sprechen gut an, lassen
sich leicht greifen, sind leicht stimmbar und klingen gut. Weniger geeignet
sind dagegen Stahlsaiten. Sie sind schwer zu greifen und schwierig zu
stimmen.
Die meisten Geigen, die massiv gebaut sind und richtig eingestellt sind
klingen gut. Siehe unten unter (2) und (3). Bei älteren Violinen sollte man
darauf achten, dass keine offenen Stellen da sind, wie z. B. Risse oder
Ablösungen der Decke oder des Bodens, da solche Schäden den Klang negativ
beeinflussen.
Die Geige sollte in ihren Abmessungen bestimmte Kriterien erfüllen. Für eine
4/4 - Geige bedeutet das z. B.: Korpuslänge 35,5 bis 36,0 cm, Halslänge 13,0
cm und der Abstand der Oberkante des Korpus neben dem Hals gemessen bis zur
Kerbe des F-Lochs 19,5 cm. Diese Maße entsprechen dem modernen Geigenbau und
werden von jedem Lehrer akzeptiert.
Abweichungen bis ca. 1 mm sind ebenfalls tolerierbar, nur kann es hier sein,
dass manche Lehrer das nicht mehr so gerne sehen.Die verwendeten Materialien sollten abgelagert sein. Das ist besonders für
das Fichten- und Ahornholz wichtig. Instrumente die aus nicht abgelagertem
Material gebaut werden neigen dazu, Risse zu bilden oder sich zu verwinden.
Die Lackierung sollte möglichst auf Alkoholbasis sein. Andere schnell
trocknende Lackiertechniken wie z. B. Nitrolacke können zum Abblättern des
Lackes führen, und sind auch in optischer Hinsicht unerfreulich.
Bitte
achten Sie auf Qualität beim Kauf eines Streichinstrumentes. Lieber ein
Instrument mieten
(Klick!) als ein schlechtes kaufen. Ihr Aufwand (Zeit, Geld, Fahrdienste) und der
Aufwand Ihres Kindes (Fleiß, Geduld, Übung) sind zu hoch, als dass man ihn
von vornherein durch ein schlechtes Instrument zunichte machen sollte!
Altes oder neues Instrument? Neue Geigen sehen in der Regel gut aus
und haben keine Abnutzungserscheinungen. Es spricht auch sonst nichts
dagegen, ein neues Instrument anzuschaffen. Der Mythos, das alte Geigen
immer besser klingen ist schlichtweg falsch. Im Preis-/ Leistungsverhältnis
bezahlt man momentan für eine gut klingende alte Geige mehr als für eine
neue. Beim Kauf alter Instrument sollte man sehr darauf achten, nicht eine
Ruine zu erstehen, die vielleicht von außen ganz gut aussieht, aber deren
Reparaturkosten ihren Wert bei weiten übersteigen würde. Hier ist der
Geigenkauf natürlich auch wieder Vertrauenssache, da man unmöglich alle
Fallstricke kennen kann. Für fortgeschrittene Schüler mag eine alte (mit alt
ist eine über 80 Jahre alte Geige gemeint) interessanter sein. Für viele ist
es faszinierend einen gewissen auch historischen Bezug zu ihrem Instrument
zu haben, der sich auf die Spielweise inspirierend auswirkt.
Kinder entscheiden unserer Erfahrung nach oft nach optischen Gesichtspunkten
bei der Wahl eines Instrumentes. Eine alte gut klingende aber verkratzte
Violine wird oft weniger begehrt als eine neue, schön glänzende und weniger
gut klingende. Der Schüler sollte sich auf jeden Fall nicht mit seinem
Instrument schämen. Besonders im Gemeinschaftsunterricht darf man diese
Problematik nicht unterschätzen, wäre es doch schade, wenn der junge Schüler
sich gehemmt fühlen würde.
Ähnliches ist zu beobachten, wenn Kinder
wie von einem unsichtbaren Instinkt geleitet auf das teuerste Instrument
zugehen und es nicht mehr hergeben wollen. Vielleicht kann man sich hier
durch Vorgespräche und Bildbetrachtungen das Leben etwas einfacher machen
und bereits im Voraus feststellen, welche Geigen - ob alt oder neu - der
junge Schüler auch optisch akzeptieren kann. Bei kaum einem anderen
Instrument findet man eine solche emotionale Bindung zum "Musikwerkzeug" wie
bei den Streichinstrumenten. Man sollte von vornherein nur Instrumente in
Betracht ziehen und testen, die auch finanziell gesehen in Frage kommen.
Alles andere könnte sonst eine Menge Tränen verursachen.
Wo sollte eine Geige hergestellt sein? Im Grunde genommen ist nur
wichtig, dass es sich um gute Qualität handelt. Der Herstellungsort ist
dafür nicht (mehr) so entscheidend. Auch gute deutsche Geigen sind nicht
unbedingt immer teuer. Genau sowenig sind chinesische Geigen immer billig.
Beim Kauf einer Geige fürs Leben könnte es durchaus Gründe dafür geben,
heimischen Geigenbauern den Vorzug zu geben. Bei einem Schülerinstrument ist
ein in Europa gebautes bestimmt auch kein Fehler. Zumal die Erfahrung
gezeigt hat, dass manche absoluten Billigsets (unter 100 Euro) dazu führen,
gutes Geld zweimal ausgeben zu müssen, da sie einfach nicht die Erwartungen
erfüllen.
Geben
Sie heimischen Geigenbauern eine Chance - Sie werden überrascht sein, dass
man mittel- und langfristig sogar Geld spart!
Welche Violingröße ist angemessen? Hier kommt es in erster Linie auf
die Größe des Kindes bzw. die Länge der Arme an und weniger auf das Alter.
Bei einer Armlänge gemessen (messen Sie am ausgestreckten linken Arm des
Kindes die Strecke vom Armansatz (da wo der Arm mit der Schulter verbunden
ist) bis zur Mitte der Handfläche) ab 60 cm
empfiehlt sich eine 4/4 - Geige oder auch ganze Geige genannt. Dies ist die
normale Instrumentengröße. Weiteres entnehmen Sie bitte der Tabelle:
Violingrößen: Die 4/4
Geige ist das Normalmaß. Daher sagt man auch ganze (1/1) Geige dazu. Sie
entspricht in den Abmessungen den oben beschriebenen. Darüber hinaus
gibt es 3/4-, 1/2-, 1/4-, 1/8-, und 1/16 - Geigen. Diese sind in etwa
proportional verkleinert und für Kinder in jüngerem Alter geeignet. Für
Erwachsenen mit kleinen Händen gibt es gelegentlich auch 7/8 Geigen. Die
etwaigen Korpuslängen sind bei 4/4 35,5 - 36,0 cm, 7/8 34,5 cm, 3/4 33,5
cm, 1/2 32,0 cm, 1/4 28,0 cm und 1/8 25,5 cm. Dazu gibt es
selbstverständlich auch die passenden Bogen- und Etuigrößen.
|
Größe |
Alter in Jahren |
Armlänge in mm |
Korpuslänge in mm |
Gesamtlänge in mm |
Bogenlänge (ohne Endschraube) in mm |
|
1/16 |
3-5 |
350-430 |
230 |
380 |
433 |
|
1/8 |
4-6 |
430-445 |
255 |
425 |
493 |
|
1/4 |
5-7 |
445-500 |
280 |
460 |
553 |
|
1/2 |
6-8 |
500-560 |
320 |
520 |
613 |
|
3/4 |
7-10 |
560-600
|
335 |
560 |
673 |
|
4/4 |
ab 9 |
ab 600 |
360 (7/8-Größe:345) |
590 |
733 |
Holzbogen oder Carbonbogen? Als einfache Faustregel: Lieber einen
Carbonbogen als einen schlechten Holzbogen. Ein Karbonfiberbogen z. B. von
Carbondix ***
(Klick!) liegt in der Spielbarkeit und den anderen Qualitäten wie
Spannkraft der Stange, Balance usw. in der Kategorie ab 400 Euro für einen
Fernambukbogen. Deshalb kann man diese Art Bogen wirklich für Schüler
empfehlen. Viele Profi - Musiker spielen ihn als Zweitbogen und sind von der
Qualität begeistert. Wir empfehlen besonders
Carbondix ***
(Klick!). Dieser Bogen
erfüllt die oben beschriebenen Voraussetzungen.
Hier
noch ein Wort an den "Nichtspieler": Der Bogen ist nicht nur ein notwendiges
Teil, sondern trägt ganz entscheidend zur Klangentwicklung, Spielfreude und
dem Fortschritt Ihres Kindes bei. Streichen lernen ist nicht einfach: Daher
unterstützen Sie Ihren Sohn und Ihre Tochter mit der Wahl eines vernünftigen
Bogens.
Später mag es ähnlich wie bei den alten Geigen sein, dass ein
kunsthandwerklich hergestellter Fernambukbogen mehr begeistert und mehr
inspiriert als ein Industrieprodukt. Daher kann man sagen, dass die vom
Bogenmachermeister kunsthandwerklich hergestellten Fernambukbögen nie aus
der Mode kommen werden. Gute Fernambuk-Bögen sind sicherlich immer noch das
Non plus Ultra. Jedoch für den Anfänger und auch fortgeschrittenen
Anfänger ist es schon eine Überlegung wert, auf einen doch sehr preiswerten
Carbonbogen zurückzugreifen. Zudem sind Carbonbögen robuster. Außerdem ist
Fernambuk knapp und wertvoll.
Weiter Informationen hierüber finden Sie hier (Klick!).Übrigens, die Bogenhaare sind ein Verschleißteil und können ohne größere
Schwierigkeiten ausgetauscht werden. Manchmal kann es auch günstiger sein,
sich gleich einen neuen Bogen zu kaufen.
Bitte
zögern Sie nicht, lieber einen
Carbonbogen (Klick!) zu kaufen. Das ist besser als einen lausigen Holzbogen. Der
Schüler wird es Ihnen danken!
Was gehört zu einem Komplett-Set? Um sofort loslegen zu können
benötigen Sie eine besaitete Geige, einen Streichbogen, Kolophonium siehe
weiter unten unter (4), eine Schulterstütze siehe unten unter (5) und ein Etui zum
sicheren Transport des Instruments.
Wenn ein Bogen zum ersten Mal gespielt
wird, ist er meist noch nicht einkolophoniert. Man muss dann die Bogenhaare
mehrmals über das Kolophonium streichen, bis entsprechende Zugfähigkeit den
Saiten gegenüber vorhanden ist. Dieser Vorgang kann einige Minuten in
Anspruch nehmen. Besonders auch, wenn das Kolophonium neu und ungebraucht
ist. Man erkennt das an einer glasklaren Oberfläche. Hier ist dann besondere
Geduld gefragt. Wird die Oberfläche trüb und undurchsichtig ist das ein
Zeichen dafür, dass die Haare bereits etwas Kolophonium aufgenommen haben.
Wenn man zwischen dem Vorgang die Geigensaiten bestreicht und dann wieder
weiter einkolophoniert kann dies den Vorgang etwas beschleunigen. Siehe
unten unter (1) oder
ausführlich hier (Klick!).
Ein
komplettes Set das die oben genannten Anforderungen erfüllt finden Sie zum
Kaufen (Klick!) hier und zum
Mieten (Klick!) dort und
das in allen Größen.
Wie hält man seine Geige sauber? Wie jeder Gegenstand der in
ständigem Gebrauch ist, bedarf auch die Violine einiges an Aufmerksamkeit.
Beim Spielen z. B. entsteht ständig ein Kolophoniumbelag unter den Saiten,
der als weißer Staub sichtbar wird. Dieser sollte möglichst nach jedem
Spielen mit einem
weichen Tuch
(Klick!) entfernt werden.
Um so länger man mit dem
Reinigen wartet, um so schwieriger ist dieser Belag zu entfernen. Sollte er
nach einiger Zeit chemische Reaktionen mit dem Lack eingegangen sein, so ist
er überhaupt nicht mehr zu entfernen. Bitte mit dem Tuch, mit dem der
Kolophoniumstaub entfernt wurde nicht die ganze Violine säubern, da das
Kolophonium im Tuch sich so auf den Geigenkörper verteilt bzw. dort feine
Krater hinterlässt. Das Streichinstrument im ganzen pflegt und säubert man
mit
speziell dafür entwickelten Mitteln (Klick!).
Auch auf den Saiten der Geige bilden sich Rückstände des Kolophoniums.
Dieses sollten von Zeit zu Zeit mit einem Tuch entfernt werden, sodass die
Saiten wieder frei schwingen können.
Bitte auch mit diesem Tuch nicht den Rest des Instrumentes reinigen.Der Kinnhalter sollte ebenso sauber gehalten werden. Es bilden sich an der
Kontaktstelle zur Haut oft Ablagerungen von Schweiß usw. die
Bakterienwachstum begünstigen. Dabei kann es dann oft am Hals zu
Hautreizungen kommen ("Geigerfleck) die unangenehm sind. Wenn man den
Kinnhalter z. B. mit Alkohol sauber hält (es darf aber KEIN Alkohol auf den
Geigenlack gelangen, da dieser ihn anlösen würde...) können solche
unangenehmen Folgen vermieden werden.
Genauso kann auch das Griffbrett der Geige und anderer Streichinstrumente
mit Alkohol sauber gehalten werden. Bitte aber auch hier mit der vorhin
erwähnten Vorsicht vorgehen. Durch Sauberkeit im Bereich der Saiten und des
Griffbrettes kann Entzündungen zwischen Nägeln und Fingern vorgebeugt
werden. Dies ist auch nur empfehlenswert bei Ebenholzgriffbrettern. Bei
Billiginstrumenten kann es sein, dass es sich nur um ein lackiertes Hartholz
handelt. Hier könnte sich der Lack am Griffbrett ebenfalls etwas lösen.
Liebe
Eltern! Halten Sie Ihr Kind von vornherein zur Pflege an. Sie werden es
später schätzen, wenn mit dem teuer erworbenen Instrument fürs Leben
sorgfältig umgegangen wird!
Die Wirbelpflege Das Funktionieren der Wirbel ist eine wichtige
Voraussetzung für ein gutes Spielergebnis. Zu Beginn und am Ende der
Heizperioden treten oft Probleme mit den Wirbeln auf. Durch geringe oder
erhöhte Luftfeuchtigkeit quellen und schwinden Wirbel und Wirbelkasten.
Vorausgesetzt, die Wirbel sind gut eingepasst, kann mit der Behandlung der
Laufflächen diesen Problemen entgegengewirkt werden. Mit
Wirbelseife (Klick!)
werden
die Laufflächen eingeschmiert. Wirbelseife vermindert die Reibung, mit
Kreide wird hingegen die Reibung erhöht. Knacken die Wirbel besteht ein
Mangel an Seife. Drehen die Wirbel zu weich und zu leicht zurück, fehlt es
an Kreide.
Für den Halt der Wirbel ist es wichtig, die Saiten richtig aufzuziehen.
Fragen Sie hierzu wenn nötig den Lehrer.
Sollten die Probleme der Wirbel so nicht gelöst werden können, bringen Sie
Ihre Geige am besten zu einem Fachmann. Alte, nicht genau passende Wirbel
müssen ersetzt werden.
Wenden sie nicht zuviel Kraft an sonst könnte der
Wirbelkasten beschädigt werden oder Risse bekommen. Die Wahl geeigneter
Wirbel, das Ändern des Konus, das Ausbüchsen der Wirbellöcher und wieder neu
einpassen, kann hier die Lösung sein.
Weiterführende
Infos zur Pflege finden Sie hier (Klick!)
Zusatzerklärungen:
(1) Den Bogen mehrere Minuten einkolophonieren; durch kurze Striche am
Frosch (Begriff Frosch) und Spitze (soll das Kolophonium erwärmen) und dann
mit gleichmäßigen Strichen über das Kolophonium in voller Bogenlänge (bei
neuem Kolophonium, dauert es noch länger. Ein echter Abrieb entsteht erst,
wenn die Oberfläche des Kolophoniums nicht mehr glasklar sondern trübe
geworden ist) streichen – 10 – 20 mal. Dann die Geige anspielen. Dabei wird
sich einiges Kolophonium in Form von Staub abreiben. Dann den Vorgang wie
oben beschrieben wiederholen. Evtl. 2 – 3 Mal. Bitte am Ende nicht
vergessen, das Instrument von dem Kolophoniumstaub mit einem weichen Tuch zu
reinigen.
(2) Massive Bauweise: bedeutet, dass die Decke aus echtem Fichten -
Klangholz ist. Die Zargen sind bei massiver Bauweise aus Ahorn - Klangholz,
ebenso der Boden. Der Boden der Geige kann einteilig oder zweiteilig sein.
Die Decke und der Boden sollte ausgearbeitet sein. Das heißt die Wölbung und
die Form sind durch Ausarbeitung aus einem massivem Holzstück erreicht
worden und nicht etwa durch Pressen des Holzes. Massive Bauweise ist auch
der Gegensatz zu Sperrholz oder furniertem Sperrholz. Hierbei handelt es
sich um absolute Billigware, an der man wenig Freude haben wird.
(3) Richtige Einstellung: der gute Klang einer Geige wird stark beeinflusst
von der Beschaffenheit und Stellung des Steges und der Beschaffenheit und
Stellung der Stimme. Die Stimme ist ein kleines Holzstäbchen das unter dem
rechten Stegfuß zwischen Decke und Boden geklemmt ist. Das Zusammenspiel des
Steges und der Platzierung der Stimme sind wesentlich für die
Klangentwicklung. Die Einstellung oder Abstimmung dieser Komponenten
erfordert einiges Wissen, Erfahrung und Geduld.
(4) Kolophonium: ist ein balsamartiges Naturharz aus dem Stamm der Kiefer,
Fichte oder Tanne. Kolophonium ermöglicht den Bogenhaaren, die Saiten
"mitzunehmen" bzw. zum Schwingen zu bringen. Kolophonium gibt es in vielen
Unterschiedlichen Varianten von etlichen Herstellern. Jeder Streicher
schwört in der Regel auf ein bestimmtes Produkt. Für den Anfang reicht aus,
was in einem Geigenset enthalten ist. Später wird der Spieler dann seine
Vorlieben entwickeln.
(5) Schulterstütze: erleichtert die Haltung der Geige und ist bei den
heutigen technischen Anforderungen unverzichtbar. Sie ist sozusagen ein
Distanzstück zwischen der Schulter und der Violine/Bratsche, damit man das
Instrument bequemer mit dem Kinndruck halten kann. So ist die linke
Griffhand entlastet und kann sich frei bewegen.