antike geigen und bögen

      RE: antike geigen und bögen

      Hallo liebe Community,

      bin vor ein paar Wochen auf euer Forum gestoßen, nachdem ich mir bei ebay spaßeshalber eine Sojing E-Geige gekauft habe und dazu ein bißchen im Netz gestöbert habe.
      Bin mir zwar nicht ganz sicher, wie eine solche China-Geige hier angesehen wird, aber ich bin leider noch ein blutiger Anfänger und hoffe auf Gnade! :)

      Nachdem ich heute meiner Oma von meiner E-Geige erzählt habe, sagte sie mir, dass ich auch eine Geige von ihr hätte bekommen können.
      Dann ging sie auf den Dachboden und holte einen schwer verstaubten Geigenkasten, in dem ich zu meiner Überraschung eine uralte Geige vorfand.

      Innen klebt ein Zettel mit der Aufschrift:

      "Mathias Heinicke, Geigenbauer in Wildstein bei Eger in Böhmen" und handschriftlich ist das Jahr 1899 vermerkt.

      Habe das Instrument kurzerhand mitgenommen und würde jetzt gern mehr darüber erfahren.
      Leider ist die Geige in einem schlechten Zustand, sie wurde knapp 50 Jahre nicht mehr gespielt.

      Bevor ich jetzt etwas falsch mache und sie vielleicht doch besser direkt zum Restaurator müsste - weiß jemand was darüber und mag mir ein paar Infos geben? Würde mich sehr freuen!

      Gruß, ylee

      RE: antike geigen und bögen

      Hallo,

      zu Matthias Heinicke sagt der Jalovec: geb. 1873 gestorben 1956. Schüler von E. R. Schmidt Markneukirchen. Machte sich 1897 in Vildstein selbständig. Arbeitete nach Amati und Stradivari Modell, wählte gutes Holz. Verwendete gelben Lack mir orange Patina oder rosa Lack. Ziereinlage aus zwei dünnen scharzen und einem stärkeren weißen Aderstreifen zusammengesetzt. Nicht besonders sorgfältig ausgeführt. Die Wölbung seiner Instrument ist nicht gefällig jedoch dem Ton dienlich. Schöne, ziemlich tief gestochene Schnecken, fast steil gestellte F-Löcher.

      Abbildungen von Zetteln:




      Man muss natürlich beachten, dass der Zettel noch nicht garantiert dass es sich wirklich um eine Geige von Matthias Heinicke handelt. Wenn es sich um eine schöne Meistergeige von ihm handelt die auch gut klingt, dann kann sie schon einen gewissen Wert haben und eine Restauration bzw. Instandsetzung würde sich schon lohnen.

      RE: antike geigen und bögen

      Ja, vielen Dank schon mal für die Info! ;)

      Ich denke, ich werde die Geige mal irgendwo vom Fachmann begutachten lassen und dann mal sehen wieviel Geld man in die Restauration stecken muss - wie gesagt, selbst spielen kann ich nicht, aber ich halte es für falsch das gute Stück einfach so in der Ecke rumliegen zu lassen.

      Kennt jemand einen Ansprechpartner in Hamburg, oder auch im Süderelbe-Bereich, dem ich die Geige mal präsentieren kann um genaueres dazu rauszufinden?
      Und ich welchen Dimensionen bewegt sich die Restauration, muss ich evtl. mit tausend Euro rechnen, oder bewegt sich das alles weit drunter?

      Sorry für diese ganzen Fragen, bin wie erwähnt relativ ahnungslos, finde die ganze Sache aber zu Zeit tierisch spannend... :)

      RE: antike geigen und bögen

      Hallo habe auch eine " Leopold Widhalm, Geigen und Lautenm.Nürnberg"
      Meine Geige ist antik , Spielfertig und auch von Meisterhand. Jedoch wohl nicht von L.Widhalm.
      Der Preis einer echten Widhalm lag zu DM Zeit bei 30 Tausend. In heutiger Zeit bei 8-15 T ?. Der Preis richtet sich je nach Zustand und Bauperiode des Meisters ("goldene Ära";). Ich bin nun auch kein Fachmann. Habe nur Rumgefragt. weil ich dachte ich hätte einen Treffer gelandet. Leider nicht. Allein vom Datum ist eine Echtheit unwahrscheinlich. Meine Geige ist innen datiert mit 1737 und am Rücken eingeschnitzt 1737.
      Leopold Widhalm( *1722) zählte mit zu den besten Meistern Deutschlands, nach Mathias Alban (Botsen). Ich wünsche ihnen das sie mit ihrer Geige mehr Glück haben.
      der ddler